Lachen ist gesund: So verlierst Du nicht den Humor im Job

„In der Pflege arbeiten? Das könnte ich nicht! Bei so viel Leid…“

Es stimmt, wer einen Pflegeberuf ausübt, ist immer auch mit schweren Schicksalen konfrontiert: Alte Menschen, die an Demenz erkrankt sind und Stück für Stück ihr Leben vergessen. Menschen, die mitten im Leben standen und deren Zukunft durch eine Diagnose zerbrochen ist. Kinder, die niemals ein unbeschwertes Leben führen werden. Wie soll man da positiv bleiben?

Und trotzdem gibt es sie: Die Supermänner und –frauen, die den Alltag von diesen Menschen bereichern und ihnen ein paar schöne Augenblicke schenken.

Lachen hilft allen

Es steckt sehr viel Wahrheit in der Redewendung, dass Lachen gesund ist. Du kennst es wahrscheinlich selbst: Wenn es Dir richtig schlecht geht, aber ein Freund oder Dein Partner Dich zum Lachen bringt, ist der Ärger hinterher wie weggeblasen. Sorgen und sogar Schmerzen sind nicht mehr so schlimm. Und selbst ein kleines Schmunzeln kann helfen, dass der Tag längst nicht mehr so grau aussieht.

Und da haben wir schon eine wichtige Wahrheit: Humor hilft nicht nur den Patienten, sondern auch den Pflegern. Denn die haben einen sehr anstrengenden Beruf, der sie immer wieder an ihre Belastungsgrenzen bringt.

 

Lachen hilft den Patienten

Natürlich kann man eine schwere Krankheit nicht weglachen. Aber schlimmer wird sie auch nicht, wenn man für ein Augenblick Schmerzen und Sorgen vergisst und fröhlich ist. Ganz im Gegenteil: Lachen reduziert Stress und lässt all das Negative für einen Augenblick vergessen.

Humor, der den Patienten zum Lachen bringt, hat immer auch etwas mit Empathie und Einfühlungsvermögen zu tun, und ist ein Zeichen menschlicher Nähe. Denn es geht nicht darum, plumpe Witze zu erzählen, sondern den Patienten glücklich(er) zu machen.

Du weißt nicht, wie Du einem Patienten helfen kannst, an etwas Heiteres zu denken? Frage ihn direkt nach seiner schönsten Kindheitserinnerung, oder dem besten Witz, über den er sich in der Schule amüsiert hat. Indem Du den Fokus auf diese schönen Erinnerungen lenkst, lernst Du nicht nur Deinen Patienten kennen, sondern schenkst ihm auch ein gutes Gefühl.

 

Lachen hilft den Pflegern!

Zeitdruck, zu viele Aufgaben, und dazu anstrengende Arbeitszeiten – Pfleger haben es oft nicht leicht. Humor und Lachen hilft dabei, auch mit angespannten Situationen locker umzugehen. Teams lernen sich besser kennen und arbeiten enger zusammen, wenn man auch zusammen lachen kann. Und Dir helfen solch losgelöste Augenblicke, auch einen anstrengenden Tag nicht ganz so anstrengend wahrzunehmen.

 

Der Beruf ist zu ernst für Albernheiten!

Zwischen Humor und Albernheit liegt ein deutlicher Unterschied. Es geht nicht darum, einfach Witze zu erzählen oder Grimassen zu schneiden. Beides kann Teil eines humorvollen Umgangs miteinander sein, darf aber nicht erzwungen sein.

Hinter dem Gedanken, durch Humor in der Pflege allen zu helfen, steht der Anspruch an Offenheit, Einfühlungsvermögen und Authentizität. Wertvoller, als in jedem zweiten Satz einen Scherz einzubauen, ist es, wenige, aber dafür ehrliche Augenblicke zu schaffen, die den Patienten erheitern können.

 

Das Gehirn überlisten

Sendet das Gehirn Glückshormone aus, fühlt der Mensch sich besser und lacht mehr, wodurch noch mehr Glückshormone freigesetzt werde. Eine positive Aufwärtsspirale!

Was aber tun, wenn es Dir oder einem Patienten schlecht geht und der Sinn so gar nicht nach Lachen steht? Das Gehirn ganz einfach austricksen. Indem ein Mensch lacht oder grinst, überlistet er sein Gehirn. Denn es registriert, dass das Gesicht einen fröhlichen Ausdruck hat, und schlussfolgert daraus, dass der Mensch gut gelaunt ist.

Gerade bei Kindern kannst Du mit einem kleinen „Grinse-Wettbewerb“ die Stimmung schnell und wirkungsvoll heben. Aber auch Dir selbst kannst Du so helfen: Wenn einfach nichts funktionieren will und alles grau und trüb schein, zieh Dich zurück und setze für eine halbe Minute Dein breitestes Grinsen auf. Egal, wie albern Du Dich vielleicht dabei fühlst: Es funktioniert garantiert!

 

Humor ist wichtig – aber nicht selbstverständlich

Aber trotz aller Vorteile ist Humor nichts, worauf selbstverständlich in der Ausbildung eingegangen wird. Arbeiten wie die der Stiftung „Humor hilft heilen“ sind – leider – noch Einzelfälle. Aber sie geben zugleich Hoffnung, dass sich die Erkenntnis weiter durchsetzt, wie wichtig das Lachen für uns alle ist.

Trotzdem kann jeder versuchen, etwas mehr Heiterkeit in die Pflege zu bringen. Alles, was schön ist und eine Abwechslung bietet, ist geeignet für die emotionale Gelassenheit und Freude, die Menschen brauchen: Das können Gesang und Malen sein, aber auch ein Clown, der die Kinderstation besucht und die kleinen Patienten (und die Pfleger) zum Lachen bringt. Die Hauptsache ist: Es muss einem gut gehen dabei.