Mangelernährung bei Patienten – Erkennen und vorbeugen

Von einer Mangelernährung spricht man, wenn lebenswichtige Nährstoffe nicht in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Die Folgen sind weitreichend und können Kraftlosigkeit, schlechte Wundheilung oder häufige Infekte beinhalten.

Insbesondere alte Menschen, die pflegebedürftig sind, sind anfällig für dieses Problem. Jüngere Menschen sind deshalb aber nicht sicher davor, auch sie können betroffen sein. Pflegekräfte müssen deshalb ein besonderes Augenmerk darauf haben, ob ihre Patienten Anzeichen einer Mangelernährung zeigen, und zeitnah Schritte unternehmen.

Wer ist betroffen?

Am häufigsten leiden alte Menschen unter den Folgen einer Mangelernährung. Denn oft leiden sie unter Appetitlosigkeit. Auch Schluckprobleme, Erkrankungen des Verdauungstraktes oder psychische Probleme wie Depressionen mindern den Appetit.

Doch auch junge Menschen und Kinder können unter einer Mangelernährung leiden. Ein klassisches Beispiel sind autistische Menschen, die nur sehr wenige verschiedene Nahrungsmittel zu sich nehmen. Sie stellen aber nur einen kleinen Bruchteil der Betroffenen dar. Gesundheitliche Beschwerden, die auch alten Patienten den Appetit verderben, können auch jüngere Menschen betreffen.

Ein schwerwiegendes Problem, da viele Menschen aus Scham nicht darüber sprechen, ist Armut als Grund einer mangelhaften Ernährung. Hier ist sehr viel Einfühlungsvermögen und Verständnis vonnöten, damit die Betroffenen sich öffnen. Zudem sind sie von Hilfe abhängig, um einen Weg aus der armutsbedingten Mangelernährung zu finden.

 

Anzeichen einer Mangelernährung erkennen

Häufig geht eine Mangelernährung mit einem deutlichen Gewichtsverlust einher. Leiden die Patienten unter Appetitlosigkeit, nehmen sie generell weniger zu sich, wodurch sie innerhalb kurzer Zeit viel Gewicht verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass die Patienten sich regelmäßig wiegen bzw. gewogen werden.

Aber auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Gewicht verlieren müssen, sind gefährdet. Häufig führt der Versuch, schnelle Ergebnisse zu erzielen, zu einer einseitigen Ernährung oder zu wenig Nahrung, die aufgenommen wird. Und auch eine sehr einseitige Ernährung kann zur Mangelernährung führen, ohne dass der Patient dabei Gewicht verliert.

Weitere Anzeichen sind eine generelle Abgeschlagenheit und Kraftlosigkeit, Stoffwechselstörungen  und körperliche Einschränkungen. Auch die Sinneswahrnehmung kann beeinträchtigt sein oder der Patient unter Verwirrung leiden. Die Wundheilung verschlechtert sich durch eine unausgewogene Ernährung, und die Betroffenen leiden durch ein geschwächtes Immunsystem häufiger an Infekten.

Sehr häufig nehmen betroffene Patienten auch zu wenig Flüssigkeit zu sich, so dass sich auch die Zeichen einer Dehydrierung zu denen einer Mangelernährung gesellen.

 

Einer Mangelernährung vorbeugen

Bei einem Verdacht auf Mangelernährung ist es wichtig, sofort einen Arzt hinzuzuziehen. Denn nur dieser kann sicher feststellen, ob ein Mangel vorliegt und welche Nährstoffe dem Patienten fehlen. Pflegekräften kommt die wichtige Aufgabe zu, die Patienten auf dem Weg zu einer ausgewogenen Ernährung zu unterstützen und sie zum Essen zu motivieren.

Du kannst bereits viel tun, um zu verhindern, dass es überhaupt zu einer Mangelernährung kommt. Mit diesen Tipps kannst Du auch den Angehörigen von Betroffenen helfen, einer unzureichenden Ernährung vorzubeugen.

 

Biete gesundes Essen an

Ein wichtiger Schritt hin zur ausgewogenen Ernährung ist, das Richtige zu essen. Deshalb müssen die Patienten abwechslungsreiches Essen, das alle wichtigen Makronährstoffe abdeckt, zur Verfügung haben. Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen, kann dies eine besondere Herausforderung sein – oder ein Ansporn, neue Rezepte auszuprobieren und zu experimentieren.

Verzichtet werden sollte auf zu viel Salz. Stattdessen bringen Kräuter Geschmack ins Essen. Auch sehr zuckerhaltige Produkte sollten nur in Maßen konsumiert werden. Auch der Fleischkonsum sollte moderat sein. Besser ist es, mehr Gemüse auf den Teller zu bringen.

Generell sollte man auf Fertigprodukte verzichten und möglichst viel selbst kochen. Wenn dies aus Zeitgründen für Angehörige nicht immer möglich ist, kann das Vorbereiten und Einfrieren mehrerer Mahlzeiten eine sehr gute Lösung sein.

 

Patienten mit einbeziehen

Da, wo es möglich ist, sollten die Patienten einbezogen werden. Das kann bei der Zubereitung beginnen und führt bis zum Essen selbst: Das Schneiden von Zutaten ist eine Beschäftigung und gibt zugleich Zeit, mit dem Patienten zu reden.

Spezielles Besteck mit verstärkten Griffen hilft Patienten, selbstständig zu essen. Sanitätshäuser können bei der Auswahl beraten, während Physiotherapeuten Tipps geben können, wenn die Patienten sich dennoch schwer tun.

 

Probleme erkennen

Haben Patienten Probleme mit dem Kauen und Schlucken, können Zahnprobleme oder Entzündungen im Mundraum eine Ursache dafür sein. In solchen Fällen ist eine ärztliche Hilfe notwendig, um die Probleme zu behandeln.

 

Ein Ernährungstagebuch führen

Um den Überblick zu wahren und Veränderungen in den Essgewohnheiten zu erkennen, ist es hilfreich, ein Ernährungstagebuch für den Patienten zu führen. Dieses gibt auch behandelnden Ärzten wichtige Einsichten.

Führe auch eine Liste darüber, wie viel der Patient trinkt. Insbesondere alte Menschen haben oft ein verringertes Durstempfinden und dehydrieren dadurch leicht.

 

Mangelernährung ist ein ernstes Problem – aber es kann gelöst werden

Als Pflegekraft insbesondere für alte Menschen wirst Du immer wieder mit der Herausforderung konfrontiert sein, dass sie sich nicht ausreichend und ausgewogen ernähren. Dann ist es Deine Aufgabe, die Ursachen dafür zu finden und sie zu motivieren, mehr zu essen. Gemeinsam mit den Ärzten leistest Du so einen entscheidenden Schritt darin, die Gesundheit Deiner Patienten zu stärken.

 

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