„Die Leipziger Buchmesse 2020, die für den 12.-15. März geplant war, findet nicht statt!“, so hieß es in der Meldung des Direktors der Leipziger Buchmesse kurz vor unserem Hebammenkongress in Leipzig. Diese Nachricht erreichte uns kurz vor dem Start des Forums Hebammenarbeit. Doch was sollte das für uns heißen? Wir waren vorbereitet und standen voller Vorfreude für den Hebammenkongress bereits in den Startlöchern. Von Absage keine Spur – und das war auch gut so.

Also reisten wir wie geplant nach Leipzig, um unsere Hebammenberufe zu präsentieren, Inspirationen zu sammeln und viele interessante Menschen kennenzulernen. Der Kongress ging über zwei Tage. Vom 06.03. bis zum 07.03.2020. Schon beim Aufbau war eine leicht ungewöhnliche Ruhe zu spüren. Von lautstarken Messebauern, auf dem Messeboden fallendes Werkzeug und das Rollen von Hubwagen war fast nichts zu hören. Wie gesagt, bemerkenswert ruhig. Doch das sollte uns nicht weiter stören. Nachdem wir unseren Standplatz gefunden hatten, fingen wir auch gleich mit unserem Aufbau an. Auffällig war, dass wir doch mehr Platz hatten, als eigentlich gedacht. Der Stand neben uns ist nicht angetreten. Ein kleines provisorisches Schild auf der freien Fläche ließ auch schon den Grund des Fehlens vermuten. Der Virus. Wir wollten und sollten uns dadurch aber nicht beunruhigen, gar erschrecken lassen, denn vom Virus hielten unsere Nachbarstände auch nicht viel. Fast schon eine Art Kampfansage gegen Corona. Wir sind stärker!

Tag 1 des Forums Hebammenarbeit
Um 07:30 standen unser HR Manager, Marc Stahl und Geschäftsführer, Gidion Griesbach bereits am Stand und packten die letzten Messegeschenke auf den Tresen. Wir hatten schließlich genug Goodies für alle da. Gegen 9:00 Uhr sah man schon die ersten Hebammen durch die Gänge laufen, doch vom erhofften Ansturm waren wir noch sehr weit entfernt. Langsam aber sicher trauten sich die ersten Hebammen – mit Fragezeichen in den Augen – schon mal an unseren Stand und ließen sich informieren, nahmen ihr kleines Hebammengeschenk mit und schlenderten weiter durch die Gänge des Forums. Der erwartete Ansturm blieb vormittags aus, zudem besuchten die Hebammen immer wieder Vorträge, womit die Gänge des Forums nur durch Aussteller gefüllt waren. Nun ja, vielleicht auch mal eine Gelegenheit, um sich die restlichen Aussteller anzuschauen und Kontakte zu knüpfen. Doch es sollte nicht lange so ruhig bleiben. In der Mittagspause wurde es dann doch etwas voller und unser Stand wurde durch unsere Pflegeleicht Mäuse immer populärer, unsere Jobs immer interessanter und unsere Leistungen immer gefragter bei den Hebammen. Unsere Kollegen hatten plötzlich zu tun und waren gefragter denn je: So verging auch recht schnell die Langeweile. Es wurde fleißig Informationen und Kontaktdaten ausgetauscht, Geschenke verteilt und immer wieder auf unsere tollen Jobs aufmerksam gemacht. Erstaunlich viele Hebammenschüler waren anwesend und interessiert. Läuft bei uns – so würde man es in der Jugendsprache sagen. Nach der Mittagspause war die Luft auch schon wieder raus und wir hatten wie zuvor auch eine ruhige Phase. Wie wir dann mitbekommen haben, haben einige Aussteller und Hebammen aufgrund der aktuellen Situation gemieden. Das würde auch den ungewöhnlich ruhigen Hebammenkongress erklären. Wir machten trotzdem das Beste aus Tag 1.

Tag 2 des Forums Hebammenarbeit
Neuer Tag, neues Glück. Es sah gut aus. Die Aussteller und Hebammen waren recht entspannt. Die Stände zudem gut besucht. Auch wir hatten durchgehend interessante Geburtshelfer, Entbindungspfleger und Hebammen an unserem Stand. Die einen freiberuflich, die anderen in einer Festanstellung. Viele zufrieden und genauso viele unzufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen Situation. Auch an diesem Tag haben viele Visitenkarten ihren Besitzer gewechselt. Gefühlt war es der bessere Tag – für uns, für die Hebammen und für alle anderen Aussteller. Doch dann passierte etwas, was uns zuvor noch nie passierte. Ein junger Herr an unserem Stand. Vorgestellt hat er sich als Hebamme. In unseren Köpfen ganz kurz ein Durcheinander. Ein verwirrter Blick und schnell wieder gefangen. Wir hatten tatsächlich eine männliche Hebamme (Entbindungspfleger) an unserem Stand. Eine Seltenheit. Fast schon ein Star unter all den Hebammen. Nach einem kurzen Smalltalk und einem Kontaktaustausch ging für ihn auch schon der nächste Vortrag weiter. So endete schließlich dann auch der zweite Tag auf dem Forum Hebammenarbeit in Leipzig.

Resümee
Ein Kongress mit einer besonderen Stimmung. Ausschlaggebend dafür wahrscheinlich die aktuelle Lage. Aber davon haben sich zum Glück die meisten Aussteller und Hebammen nicht verrückt machen lassen. Im Großen und Ganzen ein erfolgreicher Kongress für uns. Wir freuen uns schon auf den nächsten Kongress. Denn nach dem Kongress ist vor dem Kongress.