Inmitten von Technik und Monitoren: Höre auf Dein Bauchgefühl!

In der Pflege ist moderne Technik ein Segen. Relevante Werte können schneller gemessen, Daten digital festgehalten und Patienten mit moderner Ausrüstung unterstützt werden. Wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist, merkst du, wenn du Bilder und Videos aus Pflegeeinrichtungen vor zwanzig, dreißig oder gar fünfzig Jahren anschaust. Kein Vergleich zur heutigen Zeit!

Und dennoch wird bei all diesem Fortschritt allzu oft etwas Wichtiges vergessen: Das Bauchgefühl. Denn gerade die Intuition erfahrener Pfleger kann nicht durch Technik ersetzt werden. Ohne Bauchgefühl geht ein Schlüssel der guten Pflege verloren.

Der Segen der Technik

Insbesondere in Krankenhäusern erleben Pfleger jeden Tag, wie sehr die moderne Technik hilft, Patienten zu behandeln und Leben zu retten. Dass rund um die Uhr die Vitalwerte gemessen und aufgezeichnet werden können, ist nur ein Aspekt von vielen. Kernspin und Ultraschall gewähren den nicht-invasiven Einblick in den Körper. Und moderne Geräte erleichtern es Pflegern und Patienten, sich zu bewegen und den Alltag zu bewältigen.

Und selbst in der Verwaltung zeigt sich der Fortschritt: Daten können schnell erfasst und gespeichert werden. Hochauflösende Bilder sind in Sekundenschnelle verschickt, und die Suche nach Informationen ist rasant.

Kurz gesagt: Was die technische Seite anbelangt, wollen wir den Fortschritt nicht missen. Das Problem ist, dass dabei etwas Wichtiges auf der Strecke bleibt.

 

Wir brauchen Menschlichkeit und Bauchgefühl in der Pflege

Denn alle Technik nützt nichts, wenn Patienten wie kaputte Maschinen gemessen und repariert werden sollen. Das ist zwar einfach, weil standardisierte Verfahren Zeit sparen. Sie sind mess- und dadurch vergleichbar. Standardisierte Verfahren können optimiert werden.

Aber Menschen, die Pflege bedürfen, sind keine kaputten Maschinen, die Du wieder reparieren musst. Keine zwei Beinbrüche sind gleich, ebenso wenig zwei Demenzkranke oder zwei Kinder mit Einschränkungen. So nützlich standardisierte Verfahren auch sind, so fatal können sie sich auf die Pflege auswirken, wenn sie keinen Platz mehr für Menschlichkeit lassen.

 

Menschen sind Individuen

Stell Dir selbst die Frage, wie es Dir als Patient gehen würde, auf technische Daten reduziert zu werden. Auf die Frage, wie es Dir geht, würde ein Pfleger Deinen Blutdruck, Deine Entzündungswerte und den Fortschritt der Heilung nennen. Statt zu fragen, wie Du Dich fühlst, bist Du nur noch eine Liste von Daten, die es wieder in den Normalbereich zu bringen gilt.

Einem Patienten, der über Atemnot klagt, ist mit der Aussage, seine Sauerstoffsättigung läge aber im Normalbereich, nicht geholfen. Wer nachts vor Sorgen nicht schlafen kann, möchte nicht bloß Schlaftabletten erhalten. Menschen, die auf die Hilfe von Pflegern angewiesen sind, sind in ihrem Wohlbefinden davon abhängig, als Individuen mit individuellen Beschwerden wahrgenommen zu werden.

 

Wir brauchen beides: Technik und Bauchgefühl

Gute und erfahrene Pfleger schaffen den Spagat zwischen einer individuellen Betreuung und den standardisierten Prozessen großer Einrichtungen. Sie haben verinnerlicht, dass die technischen Möglichkeiten das Bauchgefühl nicht ersetzen, sondern es unterstützen. Um bei den oben genannten Beispielen zu bleiben: Wenn der Patient über Atemnot klagt, nehmen sie seine Sorge ernst. Sie beruhigen ihn, dass seine Sauerstoffsättigung gut ist, und helfen ihm dann, die Atemnot zu lindern.

Denn viele Probleme, welche die Patienten belasten, lassen sich kaum messen. Angst vor einer Behandlung, Frustration wegen geringer Fortschritten oder Angst vor einer ungewissen Zukunft belasten Menschen sehr. An dieser Stelle kommt es auf den Pfleger an, zu erkennen, welche Probleme medizinische Ursachen haben und bei welchen Problemen ein offenes Ohr und nette Worte die beste Behandlung sind.

Mit zunehmender Erfahrung wirst Du immer besser erkennen, wo die eigentliche Ursache für Probleme ist. Auch, wenn Dein Bauchgefühl nicht messbar ist, kann es Dir die entscheidende Eingebung bescheren, wie Du eine Beschwerde am besten angehen kannst.

 

Fazit: Dein Bauchgefühl hilft Patienten

Es ist wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass Deine Patienten Hilfe brauchen – nicht nur, weil sie eine Krankheit haben oder eingeschränkt sind. Ihre Lebensumstände belasten sie, und auch dies schlägt sich in ihrer Gesundheit nieder. Wenn Du ihnen hilfst, sodass sie sich ernst genommen und wertgeschätzt fühlen, wird sich dies unmittelbar auf ihre Gesundheit auswirken.

Du brauchst sowohl die moderne Technik mit all ihren Möglichkeiten als auch Deine Erfahrung und Dein Bauchgefühl. Im Idealfall ergänzen sie sich und Du kannst mit den technischen Möglichkeiten einer Ahnung auf den Grund gehen, die Dein Bauchgefühl Dir beschert.

 

Du möchtest Menschen helfen, nicht nur mit technischen Lösungen, sondern auch mit Menschlichkeit und Intuition? Dann helfen wir Dir, genau da zu arbeiten, wo Du es willst. Melde Dich bei uns – wir freuen uns auf Deine Nachricht!