Wieder Spaß an Bewegung: Tipps für Patienten in der Altenpflege

Körperliche Aktivität ist gerade im Alter mehr als wichtig. Sie hält körperlich wie geistig fit und trägt zur gesamten Gesundheit bei.

Kommen im Alter allerdings Gebrechen hinzu, lässt bei vielen Menschen die Bewegungsfreude nach. Schnell sind sie in Lustlosigkeit gefangen und geraten in eine Abwärtsspirale: Je weniger sie sich bewegen, desto größer werden die körperlichen Beschwerden, die ihnen wiederum die Motivation nehmen aktiv zu werden.

Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist deshalb wichtig, um für das Wohlbefinden der Patienten zu sorgen. Mit diesen Tipps kannst Du Deine Patienten motivieren, wieder aktiver zu werden.

Bewegung ist gesund!

Spaß an Bewegung macht nicht nur das: Spaß. Körperliche Aktivität ist eine Wunderwaffe gegen eine lange Liste von Beschwerden. Wer sich bewegt, trainiert nicht nur Gleichgewicht und Beweglichkeit und hilft so sich selbst, lange selbstständig zu bleiben. Auch seelisch geht es den Menschen besser, die sich bewegen und aktiv sind.

 

Die körperliche Gesundheit

Regelmäßige Aktivität unterstützt das Herz-Kreislauf-System und hilft, den Blutdruck stabil zu halten. Die Entstehung von Arteriosklerose wird so deutlich gebremst. Das Risiko an Diabetes, Osteoporose oder Krebs zu erkranken sinkt, und das Immunsystem wird gestärkt. Und sogar Demenz soll körperliche Aktivität vorbeugen.

Nicht zu vergessen ist dabei, dass regelmäßige körperliche Aktivität hilft, die eigenen Bewegungen zu koordinieren. Das Sturzrisiko wird so deutlich gesenkt.

 

Die seelische Gesundheit

Aktivität im Alltag bedeutet auch mehr Wohlbefinden. Wer aktiv ist, kann länger selbstständig leben und ist weniger auf Hilfe angewiesen. Auch können aktive Menschen leichter auf andere zugehen und neue Kontakte knüpfen. Dies fördert das Selbstvertrauen und hilft, auch schwierige Situationen besser zu meistern. Durch regelmäßige Bewegung werden auch Stresshormone abgebaut, wodurch es leichter fällt, gelassen und entspannt zu sein.

 

Hochleistung ist nicht gefragt

Mit etwa 25 Jahren beginnt der Körper, Muskelmasse abzubauen. Mit Sport und Krafttraining kann man dem entgegenwirken, aber dennoch ist im Alter niemand mehr so leistungsfähig wie in der Jugend. Aber darauf kommt es auch gar nicht an: Es geht nicht um gestemmte Gewichte und zurückgelegte Kilometer, sondern um eine angemessene Aktivität. Und die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Je nach Trainingsstand sind schon regelmäßige Spaziergänge ein großer Beitrag zur Gesundheit. So erleiden Frauen, die wöchentlich wenigstens zwei Stunden spazieren gehen, zu 30% seltener einen Schlaganfall als Frauen, die sich wenig bewegen.

Wichtig ist, Spaß an Bewegung zu vermitteln. Der Leistungsgedanke tritt in den Hintergrund, stattdessen geht es um die Wahrnehmung des eigenen Körpers: Wie viel Bewegung fühlt sich gut an? Wie verbessert sich die eigene Beweglichkeit? Wie sehr lassen Beschwerden nach?

 

Alle brauchen Abwechslung und Spaß

Nichts verdirbt den Spaß an Bewegung so sehr wie langweilige Stuhlkreise, in denen zu immer gleichen Volksmusik stets dieselben Übungen durchgeführt werden. Das Gefühl, mit Standardübungen abgespeist zu werden, raubt den Menschen verständlicherweise jede Motivation.

Deutlich sinnvoller sind Übungen, die Spaß machen. Du kennst es von Dir selbst: Wenn Du Spaß an etwas hast, gehst Du vollkommen darin auf und fühlst Dich richtig gut. Durch langweilige Aufgaben hingegen musst Du Dich regelrecht hindurch quälen. Deinen Patienten geht es nicht anders. Finde deshalb heraus, was ihnen Spaß macht, baue dies in die Übungen ein.

 

Spaziergänge

Sie sind eine einfache und zugleich wirkungsvolle Art der Bewegung. Auch eine kleine Runde durch den Park bringt neue Eindrücke mit sich und verbessert die Stimmung.

 

Einfacher Sport

Vielfach herrscht das Gefühl vor, dass man schon zu alt sei für Sport. Weit gefehlt! Zeige Deinen Patienten einfache Übungen, mit denen sie ihre Beweglichkeit und Kraft steigern können. Hand-Augen-Koordination, Gleichgewicht und Muskelkraft werden so sanft gefördert.

 

Tanzen

Jeder Mensch hat eine Lieblingsmusik, der er sich nicht entziehen kann. Wieso also dies nicht nutzen? Bewegung zu Musik führt zu guter Laune und führt wie von selbst dazu, dass Deine Patienten sich mehr bewegen.

 

Tiere

Der Kontakt zu Tieren bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Ihre Anwesenheit beruhigt und macht glücklich. Wenn die Möglichkeit dazu besteht, bringe Deine Patienten mit ruhigen Tieren in Kontakt. Dies motiviert auch zu Spaziergängen und dort zum Ball- und Stöckchenwerfen, ohne dass es als Sport wahrgenommen wird.

 

Fazit: Mehr Spaß an Bewegung muss her!

Körperliche Aktivität ist ausschlaggebend für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Dabei ist es beinahe egal, wie Du Deine Patienten motivierst, aktiver zu werden – Hauptsache, sie entdecken den Spaß an Bewegung. Sei offen für kreative Wege und ihre Vorlieben, dann wirst auch Du sehr viel Spaß dabei haben.