Pflege und Work-Life-Balance – Geht das überhaupt?

Pflegefachkräftemangel, Wochenend- und Schichtdienst – die Belastung für Pflegekräfte ist hoch und wird tendenziell noch weiter wachsen. Nicht nur, wer parallel noch eine Familie hat oder sich ganz ohne Partner um Kinder kümmern muss, leistet enorm viel.

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben ist für jeden Menschen in einem Pflegeberuf absolut notwendig, um langfristig gesund zu bleiben. Denn bei einer Arbeitsüberlastung leiden nicht nur die Pfleger selbst, sondern auch ihre Patienten.

Was ist die Work-Life-Balance?

Hinter diesem Begriff steht ein Gleichgewicht zwischen der Arbeit und dem Privatleben. Existiert hier ein Ungleichgewicht, weil zum Beispiel nicht ausreichend Zeit bleibt, in der Freizeit die persönlichen Energiereserven wieder aufzuladen, entstehen Konflikte und Stress, der sich nachhaltig negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Dabei gibt es keine einheitliche zeitliche Regelung, wie viele Stunden eine Person arbeiten können muss. Dies ist sehr individuell und hängt unter anderem von der persönlichen Belastbarkeit, den Anforderungen im Beruf und den Aufgaben im Privatleben zusammen. Wer familiär stark eingebunden ist, ist meist im Beruf weniger belastbar als jemand, der im Privatleben viel Zeit für sich nutzen kann.

Die Work-Life-Balance ist also der Messwert dafür, ob Du Deinem Job langfristig nachgehen kannst, ohne unter der Belastung zu leiden.

 

Die Folgen einer fehlenden Work-Life-Balance

Wer zu viel arbeiten muss, ständig hohem Druck ausgesetzt ist und keine Freiräume hat, die eigenen Akkus wieder aufzuladen, leidet gesundheitlich. Die Anzeichen für eine Überbelastung sind dabei ganz unterschiedlich:

  • Schlafprobleme
  • Lust- und Kraftlosigkeit im Privatleben, Hobbys werden nicht mehr ausgeübt
  • Angst vor dem nächsten Arbeitstag; körperliches Unwohlsein beim Gedanken an die Arbeit
  • Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Angestauter Stress, der in Aggression umschlagen kann

 

Unbewusster Stress ist gefährlich

Das Perfide an einer aus dem Ruder gelaufenen Work-Life-Balance ist, dass der zu hohe Druck oftmals unterschwellig auftritt. Die Betroffenen können nicht klar sagen, dass ihr Job ihnen dauerhaft zu viel Stress macht und suchen die Ursache ihrer Probleme woanders. Oftmals dauert es Monate oder sogar Jahre, bis klar wird, dass eine permanente berufliche Überbelastung vorliegt.

 

Jeder Job kann einmal zu viel sein

Auch eine Arbeit, die eigentlich Freude bereitet, kann zu viel werden. Viele Menschen denken, dass wenn sie ihren Beruf grundlegend sehr gerne ausüben, dieser nicht die Ursache ihrer Probleme sein kann. Dabei ist gerade dies der Fall: Weil Menschen in ihrem Beruf aufgehen, investieren sie viel Zeit und Energie, oftmals mehr, als ihnen selbst gut tut. Hier ist es wichtig, dass Arbeitgeber wie Arbeitnehmer erkennen, wann es zu viel wird und die Notbremse ziehen.

 

Was können Pflegeeinrichtungen tun?

Die meisten Probleme durch eine zu hohe Arbeitsbelastung lassen sich lösen, indem der Personalschlüssel angepasst wird. Sind mehr Pfleger vorhanden, muss jeder einzelne weniger Patienten versorgen und kann diese dafür besser betreuen.

Aber auch andere Maßnahmen helfen den Angestellten. So ist eine Dienstplansicherheit wichtig, damit die Pflegekräfte Termine in ihrem Privatleben sicher vorausplanen können. Kurzfristige Änderungen sind für Menschen mit Familie kaum zu bewältigen, da diese sie zwingen, die Pläne aller Familienmitglieder anzupassen.

Das Arbeitsrecht gibt ebenfalls sehr klar vor, welcher Belastung Pflegekräfte ausgesetzt sein dürfen. Kommt es zu Verstößen, stecken Pflegekräfte oft in der Klemme und schweigen aus Angst vor negativen Folgen, wenn sie sich wehren.

 

In die Pflegekräfte investieren

Wichtig ist aber auch die aktive Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmer. Pflegeberufe sind oftmals körperlich sehr anstrengend. Ein sportlicher Ausgleich hilft nicht nur, zu entspannen, sondern unterstützt auch eine gesunde Lebensweise. Gesunde Snacks im Pausenraum statt Schokoriegeln aus dem Automaten helfen ebenfalls. Auch Workshops, moderne Arbeitsstrukturen und Ruheorte für Meditation und Entspannung helfen.

Solche Dinge mögen klein erscheinen, unterstützen aber das generelle Wohlbefinden der Mitarbeiter. Wer körperlich gesund ist, hält Belastungen deutlich besser stand als jemand, der unausgeglichen ist.

Natürlich ersetzt eine Obstschale nicht einen Dienstplan, auf den die Mitarbeiter sich verlassen können. Unwichtig ist sie deshalb aber längst nicht.

 

Sprich mit Deinen Arbeitgebern

Wenn dir Probleme im Betrieb auffallen, sprich diese bei Deinen Vorgesetzten an. Im Idealfall kannst Du bereits Ansätze für Lösungen präsentieren und so zeigen, dass Du aktiv an einer Verbesserung mitarbeiten willst.

Ähnlich wie bei einer Gehaltsverhandlung oder dem Wunsch nach einer Beförderung solltest Du dabei die Vorteile für Deinen Arbeitgeber im Blick behalten. Für ihn ist es weniger wichtig, dass Du glücklich bist – aber dass Du mit guter Work-Life-Balance belastbarer und seltener krank bist, ist ein gutes Argument für ihn.

Auch ein Meeting aller Angestellten und Eurem Vorgesetzten kann helfen, Probleme zu erkennen und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.

 

Fazit: Eine Work-Life-Balance in der Pflege ist möglich

Es ist nicht immer einfach, aber durchaus möglich, Privatleben und Beruf in Einklang zu bringen. Gerade in Pflegeberufen ist dies wichtig, denn Du kannst deinen Patienten nur helfen, wenn es Dir auch selbst gut geht.

Wenn Du erkennst, dass es Dir zu viel wird, sprich rechtzeitig mit Deinem Arbeitgeber, damit Ihr gemeinsam eine Lösung finden könnt.

 

Du bist auf der Suche nach einem Arbeitgeber, der sich dafür einsetzt, dass Du Dein Privatleben und Deinen Beruf unter einen Hut kriegst? Dann bist Du bei Pflegeleicht genau richtig. Wir können nicht verhindern, dass ein Pflegeberuf auch mal anstrengend ist. Aber wir arbeiten mit Dir gemeinsam daran, dass es nicht zu viel für Dich wird. Wenn Du mehr erfahren willst, melde Dich – wir freuen uns auf Deine Nachricht.